Was ist ein Osho? Ist der Meister/Schüler Prozess unwichtig? Und wenn, was dann?

 

Was ist ein Osho?

 Von: Dr.med. Prem Amrito

Man wird sich immer an einen Neuankömmling im Welcome Center des Osho Meditation Resort in Pune, Indien erninnern, für seine unschuldige Bemerkung, "Ich weiss noch nicht mal, was ein Osho ist."

Ich kann mir dabei Osho zustimmend vorstellen, mit dem gewissen Zwinkern im Auge, dass nicht mal er es wusste.

Für uns alle ist dies immer noch eine faszinierende Frage. Wenn man darüber nachliest, was er über Biografien sagte, darüber, wie er keine Biografie hat, wie der Osten keine Biografien kennt, dass die Biografie aufhört, wenn Erleuchtung beginnt, wie man davor zurückschreckt, zu versuchen eine zu erschaffen. Es fühlt sich an, wie ein Versuch, die Bedeutung ‚Osho‘ in eine konventionelle Historienschieblade zu zwängen.

Ich erinnere mich an die Verwirrung, die er stiftete und möglicherweise immer noch stiftet, mit seiner Ankündigung, dass er den Namen Bhagwan aufgibt, "der Spass hat lange genung gedauert. Egal wie oft er erklären würde, dass sein Gebrauch des ‚Bhagwan‘ in der Jaina Bedeutung von ‚der Gesegnete‘ gemeint ist, egal wie oft er sagen würde, dass nicht nur er nicht Gott wäre, sondern dass es keine götter gäbe, drückte er immer noch die Knöpfe der indischen Hindu Mehrheit. Dieser Name wird in ihrer Bedeutung auch als ‚Gott‘ übersetzt. Aber, wer hört schon zu?

Dann vekündete er, er wäre Gastgeber für den Geist von Gautama dem Buddha, nur um ein paar Tage später zu verkünden, daß sie zusammen nicht weitermachen konnten, da Buddha sein Wassersprudelbad nicht mochte.... Gab es überhaupt etwas, was er ernst nehmen konnte!

Und schließlich verkündete er, er würde alle seine Namen fallen lassen, er würde namenlos sein. Das für die Veröffentlichung seiner Bücher verantworliche ‚Publications Department‘ traf schon fast der Schlag bei dem mit jeder Namensänderung verbundenen Neudesign seiner Bücher und gab schließlich auf. 

Nach einer Menge Beschwerden von Menschen, die verzweifelt wünschten, daß er wenigstens einen Namen hätte, stimmte er ‚Osho‘ zu, abgeleitet von einem Wortschöpfung von William James, "oceanic." Aber nur wenn wir alle zustimmten. Was ging da vor? Wollte er uns wieder auf den Arm nehmen? Wollte er uns nur verstehen helfen, daß der Verstand ein unendliches Bedürfnis nach Etiketten hat? Wer weiß das schon?

In der Zwischenweit war sein Name von allem entfernt worden. Später würde er sagen, daß Osho nicht einmal sein Name sei, sondern nur ein heilender Klang. Natürlich hatten wir ihn so oft sagen gehört, daß er nur eine Abwesenheit wäre, und daß es unsere Anwesenheit –‚Presence‘- wäre, auf die es ankam nicht seine, sein Sessel wäre immer leer gewesen.... Aber nun konfrontiert mit einem echten Prüfung, dies zu verstehen, warf er uns wirklich Leere.

Und als ob das noch nicht genug wäre, verließ er kurz darauf seinen Körper. Rede von der Leere! An seinem letzten Tag schlug sein Herz unregelmäßig und würde augenscheinlich versagen, er brauchte offensichtlich einen Schrittmacher. Dies hätte fast sicher ausgereicht, ihn in die Lage zu versetzen, weiterzumachen. Mit einer sanften, lächelnden Bewegung seiner Hand wies er die Idee zurück ‚Die Existenz hat ihre eigene Abstimmung,‘ antwortete er, als ob er entscheiden würde, das Wochenende auf dem Lande zu verbringen.

Ihm war klar, daß die Arbeit ausgezeichnet lief, alles ging gut. So, ob es mir nun gefiel oder nicht, mußte ich mich mit der Idee vertraut machen, daß, wenn er fühlte, die Arbeit benötige seinen Körper nicht mehr, dann war dies so, egal, was mein Verstand zu dieser Angelegenheit meinte.Ich bin einer von diesen Menschen, die alles verstehen wollen, typisch männlich, glaube ich, darum war ich total damit beschäftigt, was dies alles bedeutet.

Die andere Sache an die ich mich immer wieder erinnere, ist die Aussage, daß er ‚auf keine Weise die Fortsetzung Vergangenheit‘ ist. Darum was ist ein Osho? wird zum echten Koan.

Ich erinnere mich daran, daß er darüber sprach, daß vereinzelt erleuchtete Menschen wie Buddha und Mahavira es nicht wirklich geschafft haben, die Menschheit zu ändern, etwas anderes würde benötigt.

Dann gab es noch seine ganze Vorstellung von ‚jenseits der Erleuchtung‘ gehen, in der die Erleuchtung statt eine große Sache zu sein, die nur wenigen ‚besonderen‘ Menschen geschieht, ganz gewöhnlich ist. Oder, daß es nicht mehr außer-gewöhnlich ist, daß einige Menschen erleuchtet werden, sondern außer-gewöhnlich, daß der Rest von uns nicht erleuchtet würde

Wenn sich eine neue Denkweise durchsetzt, kann das Leben ein Erleuchtungsprozess werden. Und Erleuchtung ist nicht mehr etwas seltenes, daß nur gelegentlich jemand wirklich besonderem widerfährt,; es wird zu einer gewöhnlichen menschlichen Erfahrung werden, die nur ganz gelegentlich ein wirklicher Trottel verpaßt.

 

So, wie kann dies geschehen mit einem  'no-"body"' als Führer? Dann erinnerte ich mich an einen anderen faszinierenden Diskurs, in dem er beschrieb, wie Zen bis heute die größte Bemühung in der Meditation ist, aber, daß sie versagt hat und warum.

Dies haben Zen Lehrer ihren Schülern gelehrt: "Sei still, aber gib dir keine Mühe." "Auf diese Weise bringst du die Menschen in einen solchen Zwiespalt: Gib dir keine Mühe und sei still.... Gibt er sich Mühe, macht er einen Fehler – es gibt aber keine Möglichkeit still zu sein, ohne sich Mühe zu geben. Gäbe es eine Möglichkeit still zu sein, ohne sich Mühe zu geben, bedürfe des keines Meisters; es gäbe keinen Grund, Meditation zu lehren. Die Menschen würden ohne Mühe still werden.

Ich bin so tief wie möglich in Zen Ansätze vorgedrungen. Sie arbeiten seit beinahe vierzehn Jahrhunderten, seit Bodhidharma. Sie sind eine der größten Gruppen in der Welt, die sich einer Sache verschreibt, und das ist Meditation. Es gibt kein anderes Experiment, daß eine so lange Zeit ununterbrochen durchgeführt wird. Und trotzdem gibt es nicht viele Zen Meister.

Zugegeben es gibt im Zuge des Zen mehr Meister als in jeder anderen Strömung in der Welt, aber es sind noch immer sehr wenige im Verhältnis der Menschen, die damit arbeiten. Ich habe nach dem grundlegenden Fehler gesucht – und dies ist der grundlegende Fehler: jene Zen Meister haben ihnen die richtige Sache erklärt, aber nicht auf die richtige Weise. 1ch mach euch der Stille bewußt, ohne jegliche Mühe auf eurer Seite. Mein Reden wird zum ersten Mal als Stategie benutzt, Stille in euch zu erschaffen.

Er fuhr fort:

Genau in dem Moment, in dem ich still werde, werdet ihr still.... Was bleibt ist reine Erwartung. Ihr gebt euch keine Mühe; noch gebe ich mit Mühe. Ich liebe es zu sprechen. Es macht mir keine Mühe.. Ich liebe es, euch in Stille zu sehen. I liebe es, euch lachen zu sehen. I liebe es, euch tanzen zu sehen. Aber in all diesen Tätigkeiten bleibt die Grundlage Meditation.

Kann es wirklich sein, daß es reicht, sich zu setzen und Osho zuzuhören? Brauchen wir nicht doch einen Meister?

Und Dann erinnerte ich mich daran, wir darüber sprach, daß er die Nacht ,bevor er seine ersten Schüler initiierte, nicht schlafen konnte.

Am Tag, an dem ich mit dem Initiieren begann, war meine einzige Angst, "Wird es gelingen meine Schüler eines Tages zu meinen Freunden zu machen?" Die Nacht davor konnte ich nicht schlafen. Wieder und wieder überlegte ich, "Wie kann mir das gelingen. Ein Anhänger sollte kein Freund sein." Ich sagte zu mir selbst in dieser Nacht in Kulu-Manali im Himalaya, "Sei nicht so ernst. Du kannst alles managen, auch wenn du das A-B-C der Management Wissenschaft nicht kennst."

Und viel später, Osho kehrte noch einmal zu dem gleichen Thema zurück in einem faszinierenden Diskurs, in dem er klar feststellte, daß 2500 Jahre nach Buddha, die Lehrer / Schüler Beziehung ‚irrelevant‘ sei. Er fuhr fort, "es sind jetzt genau fünfundzwanzig Jahrhunderte nach Buddhas Tod.... Laßt mich nicht im Stich."

So, wo stehen wir jetzt? Es erscheint ziemlich klar, daß er den Menschen Sannyas gab, weil dies zu dieser Zeit ihre Erwartung war, und als Teil des Prozesses nahm er all unsere Projektionen an, daß hier schließlich jemand wäre, der uns sagen könnte, was zu tun sei.

Es gibt einen anderen Schlüssel in einem Diskurs, den Osho, wie ich mich erinnere, über Krishnamurti hielt, und den Fehler, den er machte, als er mit Zweifel begann. So blieb sein Zuhörer ständig im ‚Zweifels‘- Zustand‚ während Osho mit Vertrauen begann, und dann konnte er später sehr einfach den ‚Zweifel‘ einführen, der, wenn die Grundlage Vertrauen ist, eine andere Qualität erhält. Und als Osho mit Zweifel begann, dann ließ er den wirklich raus. Fröhlich stellte er alles in Zweifel: Gott, Religion, Glaubenssätze, all unsere Konditionierungen, all unsere Programme... einschließlich der Vorstellung ‚was ein Osho ist.‘

Einer der besten New Yorker Copyright Anwälte, der sich um Oshos Arbeiten kümmerte stutzte an einem Punkt und sagte, leicht amüsiert über seine eigene Entdeckung, "Er ist der ultimative Zerstörer."

Und natürlich war alles schon am Beginn vorhanden, wenn wir es sehen könnten. Ich erinnere mich an einen punkt, als er sich mit einem Fensterrahmen verglich, eine Gelegenheit, die Sterne zu sehen. Und so oft erinnerte er uns daran, den Mond anzuschauen, hinzuschauen, wohin der Finger zeigt, aber nicht mit dem Blick am Finger hängen zu bleiben.

Vielleicht ist die wichtigste Sache, sich den Prozeß anzuschauen.. Als die ersten Leute ankamen, saß Osho jede Nacht und beantwortete Fragen über alles und jeden, – von Gott bis Freundin und Freund Problemen. Dann hat er sich langsam daraus zurückgezogen. Und gelegentlich hörte er ganz auf, Fragen zu beantworten, auch bei seinen öffentlichen Auftritten. Während er anfangs nie einen täglichen Diskurs versäumte, Jahr für Jahr, brachte er uns langsam an einen Punkt, wann wir nicht mehr wußten, ob es ihm gut genug gehe, um überhaupt zu kommen. Dann kam er in Stille für nur ein paar Minuten am Tag, und dann am Tag bevor er seinen Körper verließ, schaffte er es, daß der ganze Prozeß ohne seine körperliche Anwesenheit ablief. Eines ist klar, er wollte, daß niemand von ihm oder einem anderen abhängig würde, dies war gegen sein grundsätzliches Verständnis von Freiheit.

Heute verstehen einige Leute Osho als ‚Meister ohne Körper.‘ Aber das scheint überhaupt nicht zu passen. Ist es wahrscheinlich, daß jemand der so oft darauf bestand, daß seine Arbeit ‚auf keine Weise die Fortsetzung Vergangenheit‘ sei, fünfunddreißig Jahre darauf verwendet, eine Jesus Wiederholung einzuleiten?

Und Teil dieses Kampfes, zu versuchen und ‚Osho‘ zu definieren, handelt von der Auseinandersetzung mit der Leere. Kein Meister, keine körperliche Anwesenheit, nur ein heilender Klang...’? Vielleicht ist Osho mehr eine Qualität, ein Geschmack, ein Duft, eine Art, die Dinge zu sehen, eine Tür nach innen.... Natürlich reicht dies für einige, die immer noch jemand wollen, der ihnen sagt, was zu tun ist, die immer noch das Meister / Schüler Spiel spielen wollen, nicht aus. Darum beeilen sie sich jemand zu find, irgendjemand – auch ohne Körper – mit dem sie diese sicheren Schüler Spiele spielen können.

Vielleicht ist genau dies der Punkt. Seine Arbeit ist die Leere. Seine Arbeit ist es, all die Spiele der Vergangenheit zu zerstören, all die Versuche die Verantwortung jemand anderem zu geben: Gott, Meistern, Gurus, Lehrern, Therapeuten.... was auch immer. Und uns mit nichts als uns selbst zu lassen.

Und kann es nicht sein, daß wenn sein Reden Raum für Millionen Menschen schaffen kann, Aufmerksamkeit ohne Bemühung zu erfahren, er die alten Bedürfnisse erschütterte, einer Gruppe beizutreten, in den Himalaya zu gehen, jemandem zu Füßen sitzen. Das, alles was wir brauchen, ein Sony Walkman ist? Nun wäre das nicht ein totaler Bruch mit der Vergangenheit!

Natürlich habe ich gehört, daß einige Leute sagen, dies kann nicht richtig sein, denn, wenn man sitzt und diesen Diskursen zuhört, sitzt man mit ‚ihm‘, so deutlich bleibt dort ein ‚anderer‘. Doch ich stelle das in Frage. Schließlich ist revolutionärste Einführung einer Meditation die Dynamische Meditation. Und wenn wir diese machen, sind wir ganz allein in diesem Prozeß. Die begleitende Musik erschafft nicht den ‚anderen‘, obwohl Osho sehr stark mit der Entwicklung dieser Musik verbunden war. Wenn man will ist dies nur ein heilender Klang. Und er war sich immer klar darüber, daß, wenn wir einmal gelernt haben, in Stille zu lauschen, nehmen wir diese Leere mit uns, wohin wir auch immer gehen, gleichgültig was wir hören.

Und was kann für die Menschen der heutigen Zeit leichter sein als einem heilenden Klang im Auto oder im Zug auf dem Weg zur Arbeit, oder still abends zu hause zu lauschen. Es ist sicher besser, als auf dem Boden zu sitzen und zu versuchen, seinen Fuß hinter dem Ohr zu verschränken oder dreißig Jahre lang Reis zu zählen. Außerdem macht es mehr Spaß.

So ist vielleicht Oshos Arbeit eine Gelegenheit gewesen, die Geschichte der sogenannten Religion im ‚Zeitraffer‘ zu erfahren, wie eine Blitzreise vom Kindergarten zur Universität. In diesen wenigen Jahren nahm er uns durch den Meister / Schüler Prozeß, Aufgabe, den Weg der Liebe, den Weg der Meditation, den Ruhm vergangener Meister, Gefühle übers Denken.... Und dann zerstörte er das Ganze, um uns mit uns selbst allein zu lassen und der Gelegenheit, die Stille zu erfahren – ‚das leere Herz.‘ Oder wie es einer seiner Buchtitel nennt: ‚Anschalten, Sich einstimmen, das Ganze vergessen‘ - "Turn On, Tune In and Drop the Lot."

Alles wurde hinterlassen, daß wir Meditierer, die sich selbst genug sind, werden können, einschließlich des ‚heilenden Klanges.‘ Wir müssen nur den Sony Walkman bereit machen. Aber wenn jemand lieber einen Kinderreim mag, die Auswahl ist groß.       

Copyright@Osho Inlernalional Foundation 1998

 

 

Original Text : oshowhat.htm